Die Verisyse (Artisan) Linse

Die Verisyse- oder Artisan - Linse ist eine künstliche Linse aus PMMA (Plexiglas), die zwischen Hornhaut
und Regenbogenhaut in die sog. "Vorderkammer" des Auges eingesetzt wird.
Die körpereigene Linse wird dabei erhalten und damit auch die Fähigkeit zur Naheinstellung (Akkomodation)
und somit zum Lesen ohne Brille (bei einem Alter unter 45 Jahren).


  Durch eine Öffnung am Rand der Hornhaut wird die Verisyse-Linse in die Vorderkammer des Auges, vor die Pupille, geschoben.
     
 

Anschließend wird die Linse durch das Einklemmen von je einer Falte der Regenbogenhaut in die 2 seitlichen Häkchen fixiert. Zusätzlich wird am oberen Rand der Regenbogenhaut eine kleine Öffnung gemacht, damit es zu keiner Augendrucksteigerung kommt.



Da es sich um einen intraokularen Eingriff handelt, setzen wir dieses Verfahren meist dann ein,
wenn andere Verfahren nicht möglich sind, weil die Fehlsichtigkeit zu stark oder z.B. die Hornhaut
für einen Lasereingriff zu dünn ist. In jedem Fall erfordert der Eingriff einen erfahrenen Augenchirurgen.

Anwendungsbereich:
Kurzsichtigkeit von ca. -8 bis ca. -23 D
evtl. zusätzlich mit Astigmatismus ab ca. 3 D
Weitsichtigkeit von ca. +4 bis ca. +8 D

Eigenschaften:
gute Vorhersagbarkeit im Anwendungsbereich
relativ geringer Wundschmerz (1-3 Tage)
etwas verzögerte Heilung (2 bis 3 Wochen, mit Sehschwankungen)
potentiell reversibel (die Linse kann wieder entfernt werden)
Nachkorrektur durch Austausch der Linse möglich

Risiko:
Infektionsgefahr
Augendruckerhöhung (Glaukom)
Trübung der eigenen Linse (Cataract)
Schädigung der Hornhaut (Endothel)
Blendung bei weiter Pupille (Dämmerung)